400 Jahre Dordrechter Synode

Montag 4 Feb 2019

Am 13. November 2018 ist es 400 Jahre her, dass die Dordrechter Synode begann. Diese internationale protestantische Kirchenversammlung dauerte ein halbes Jahr und umfasste nicht weniger als 180 Sitzungen. Bedeutende Prediger und Theologen aus dem In- und Ausland kamen in Dordrecht zusammen.

Dadurch war die europäische kalvinistische Familie nahezu vollständig vertreten. Lediglich die Stühle der französischen Hugenotten blieben leer. Ihr katholischer König hatte ihnen die Teilnahme an der Synode untersagt. Als während des Achtzigjährigen Krieges (1568-1648) ein zwölfjähriger Waffenstillstand angekündigt wurde, traten schwelende politische und religiöse Konflikte heftig zutage. Statthalter Moritz stellte auf der politischen Ebene die Ordnung wieder her. Sein Gegner Johan van Oldenbarnevelt wurde verhaftet und später zum Tode verurteilt. Die Generalstaaten erteilten den Auftrag zum Abhalten einer Synode, um den eskalierten theologischen Konflikt zwischen den Remonstranten und den Contraremonstranten zu entscheiden. Die Synode sollte Klarheit über die Zukunft der kalvinistischen Kirche in der jungen Republik der Vereinigten Niederlande verschaffen. Politik und Religion waren damals eng miteinander verflochten.

Dordrecht fiel die ehrenvolle Aufgabe zu, die Synode zu organisieren. Seit dieser Zeit ist der Name der Stadt auf ewig mit diesem internationalen Ereignis verbunden. Viele Dordrechter und viele Niederländer haben keine Ahnung, wie wichtig die Dordrechter Synode von 1618-1619 war. Außer den großen Änderungen im Protestantismus hatte die Synode auch großen Einfluss auf die niederländische Kultur und sogar auf die niederländische Sprache. Die Synode beeinflusste nicht nur das niederländische „kalvinistische Polderland“, sondern zeigte auch in Nordamerika, Südafrika und Indonesien Wirkung. Sogar heute ist die Synode 10.000 Kilometer von den Niederlanden entfernt im Dordt College im amerikanischen Bundesstaates Iowa noch springlebendig. Genau 400 Jahre später feiern wir dieses Ereignis mit der „Ode an die Synode“. Ein halbes Jahr lang werden zu diesem Thema verschiedene Veranstaltungen, Ausstellungen und Aktivitäten organisiert. Hier können Sie sehen und erleben, welchen Einfluss die Synode auf die niederländische Gesellschaft hatte und noch immer hat.

Werk, bid & bewonder // campagnebeeld_werk_bid__bewonder.jpg (444 K)Arbeite, bete und bewundere
In der Ausstellung „Arbeite, bete und bewundere“, die ab November 2018 im Dordrechter Museum zu sehen ist, lernen Sie „den Kalvinisten“ kennen. Entdecken Sie, dass das Klischee vom nüchternen, sparsamen, strengen und hart arbeitenden Niederländer doch etwas nuancierter ist. Es geht dabei nicht so sehr um den Glauben, sondern mehr um die Menschen dahinter. Wer waren die Kalvinisten im Goldenen Jahrhundert und in den Jahrhunderten danach? Diese Geschichte wird anhand einzigartiger und besonderer Kunstwerke sowie historischer Objekte erzählt, die oft aus Privatsammlungen stammen. Beispielsweise anhand einer große Zahl besonderer „Statenbibeln“ aus den Niederlanden und den Vereinigten Staaten, von denen die meisten nur selten oder nie ausgestellt werden. Doch auch ein spektakuläres Werk von Ferdinand Bol und viele andere Spitzenwerke sind einmalig für die Öffentlichkeit zugänglich. Außerdem sorgt Fotograf und Videokünstler Ahmet Polat für eine moderne Note in der Ausstellung.

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